Die neuen Kapriolen im Peggyfall

Fortsetzung

Was auch klar ist, weil es keine neuen Spuren gibt und Offensichtliches - aus welchen Gründen auch immer - von den Ermittlungsbehörden nach wie vor gar nicht erst aufgegriffen wird. Womit klar wird, daß eine heute möglicherweise noch lebende Peggy das gleiche Schicksal erfahren wird, wie die seit vielen Jahren vermißte und jetzt wieder aufgetauchte 55jährige Frau aus Braunschweig. Und der hat auch noch andere Parallelen zu Peggy: Sie wurde für tot gehalten und es gab jemanden, der den Mord an ihr gestanden hat.

Bewiesen wurde damit bis jetzt ersteinmal gar nichts. Und dennoch ist der Braunschweiger Fall im Nachhinein positiv zu betrachten: Er hat überdeutlich gezeigt, daß es in unserem straff organisierten Land durchaus möglich ist, über Jahrzehnte ohne jedliche Papiere zu leben.

Warum sollte das bei Peggy nicht auch so sein? Ein Mord kommt immer erst als allerletzte Alternative in Betracht und auch erst dann, wenn Spuren und Leiche vorhanden sind, wie aktuell im Fall Tanja Gräff aus Trier. Selbst dann kann es immer noch nicht ausgeschlossen werden, daß es sich um einen natürlichen Tod, Unfall oder ein Tötungsdelikt handelt. Spuren sind nach Jahren bisweilen nicht mehr wirklich aussagekräftig.

Von den sogenannten Unterstützern des Ulvi K. kommen erwartungsgemäß auch keine Neuigkeiten. Ulvi lebt jetzt im betreuten Wohnen, darf dem Vernehmen nach das Heimgelände nicht allein verlassen. Dafür, daß die Leute um Gudrun Rödel uns sie freilich auch selbst, immer wieder behaupten, Ulvi seit völlig unschuldig, ist das schon recht starker Tobak. Ebenfalls die Anordnung, Ulvi für fünf Jahre einen Bewährungshelfer zur Seite zu stellen.

Die Wahrheit wird bei den Unterstützern wahrlich nicht gerne gesehen. Dafür haben sie ihr Kartenhaus auch viel zu groß gebaut und den Mund ständig recht voll genommen - ohne einen einzigen Beweis dafür, was von denen als Wahrheit verbreitet wurde. Und wer jetzt denkt, das alles sei nicht mehr zu toppen - Irrtum!

Gudrun Rödel gar selbst hat nach der Entlassung von Ulvi K. aus der Psychatrie Strafantrag gegen mehrere ehemalige Unterstützer, darunter auch ich, Strafantrag wegen übler Nachrede gestellt. Mir ist allerdings nicht klar, wem das gilt - ihr selbst oder Ulvi K.. Ich habe mir gar nicht erst die Mühe gemacht, zur Vernehmung zu gehen und harre jetzt der Dinge, die da kommen mögen. Oder eben auch nicht.

Inzwischen laufen neue Bemühungen für ein weiteres Wiederaufnahmeverfahren zu Gunsten von Ulvi K.. Darin soll, wenn es überhaupt durchkommt, festgestellt werden, daß er Peggy nicht mißbraucht hat, obwohl er das freiwillig selbst gestanden hat. Die Logik von Gudrun Rödel: "Wenn er den Mord nicht begangen hat, gab es auch keine Vergewaltigung". Die Juristen sehen das hoffentlich anders, zumal Ulvi K. nicht einen einzigen Tag als verurteilter Mörder in der Psychatrie untergebracht war, sondern wegen des erwiesenen Mißbrauchs mehrerer Kinder. Und darunter war nach seinen Geständnissen auch Peggy Knobloch.