Der seltsame Anruf aus Nürnberg

POL-MFR: NÜRNBERG/NIEDERSACHSEN: (1572) Neue Spur im Fall der vermissten Schülerin Katrin Konert aus Niedersachsen?

07. November 2006 - 11:43 Uhr

Nürnberg (ots) - Bringt ein Telefonanruf eine neue Spur im Vermisstenfall der 15-jährigen Schülerin Katrin Konert aus Gr.Gaddau/Landkreis Lüchow-Dannenberg?

Seit dem 01. Januar 2001 wird die damals 15jährige Schülerin Katrin Konert aus Gr.Gaddau, Gesamtgemeinde Clenze (Landkreis Lüchow-Dannenberg/Niedersachsen), vermisst. Für diesen Vermisstenfall zuständig ist die Kriminalpolizei in Lüchow (Telefon 05841/122312).

Das Mädchen verließ am Neujahrsabend gegen 18.30 Uhr die Wohnung ihres Freundes in Bergen/Dumme, etwa 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt und wollte per Anhalterin nach Hause fahren. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei ging sie zu Fuß den rund 500 Meter weiten Weg von der "Bahnhofstraße", die "Breite Straße" entlang, bis in die "Neue Straße". Hier wurde Katrin zuletzt in der Zeit zwischen 19.00 Uhr und 19.30 Uhr an der Einmündung "Heckenweg" in der Nähe eines Buswartehäuschens gesehen. Seitdem fehlt von ihr jede Spur (soweit die Vorgeschichte dieses Vermisstenfalles).

Am 30. Oktober 2006 um 19.59 Uhr erhielt die Schwester des vermissten Mädchens, die in Norddeutschland wohnt, einen mysteriösen Telefonanruf. Dieser Anruf, der mehrere Sekunden dauerte, erfolgte, wie jetzt nachvollzogen werden konnte, aus einer öffentlichen Telefonzelle in der Leyher Straße 138 im Nürnberger Stadtwesten.

Nachdem die Angerufene sich gemeldet hatte und nochmals "Hallo" sagte, weil der Teilnehmer aus der Telefonzelle nicht sofort antwortete, sagte eine weibliche Stimme (ca. 30 - 40 Jahre alt) sehr leise in polnischem oder russischem Akzent: "...rufe an wegen deiner Schwester, wegen deiner Schwester, die verschwunden ist. BMW schwarz Hamburg". Dann war die Verbindung unterbrochen. Hintergrundgeräusche konnten nicht wahrgenommen werden. Bislang gab es in dieser Vermisstensache auch keine Verbindungen in den Raum Nürnberg. Das für den Vermisstenfall zuständige Polizeikommissariat in Lüchow nimmt den Anruf sehr ernst und hat deshalb folgende Fragen an die Nürnberger Bevölkerung:

   · Wer hat am 30. Oktober 2006 in der Zeit des Anrufes (ca. 20.00 Uhr) in der Leyher Straße, insbesondere im Bereich dieser Telefonzelle, entsprechende Beobachtungen gemacht?

   · Wer kann Hinweise auf die Anruferin geben?

Falls die Anruferin aus irgendwelchen Gründen unterbrochen worden ist, wird sie dringend gebeten, sich mit der Kriminalpolizei in Nürnberg bzw. dem Kriminaldauerdienst, Telefonnummer: (0911) 2112-3333, in Verbindung zu setzen. Dort werden auch die anderen Fragen zu dem Vermisstenfall entgegen genommen und unverzüglich an das Polizeikommissariat Lüchow weiter gegeben.

Peter Schnellinger

ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelfranken - Digitale Pressemappe

Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Mittelfranken - Pressestelle - Telefon: (0911) 2112-2011 - Fax: (0911) 2112-2010 - http://www.polizei.bayern.de/mittelfranken/ - weiterführende Informationen

Wie wir wissen, steht die besagte Telefonzelle in Nürnberg nur wenige Meter von einem Mc-Donald-Restaurant entfernt. So besteht auch die Möglichkeit, daß sich dort vor 19.59 Uhr eine Frau aufgehalten hat, die möglicherweise ein auffälliges Verhalten hatte (Nervösität, Eindruck, auf jemanden zu warten, Fragen nach Kleingeld für die Telefonzelle oder ähnliches). Wer solche Beobachtungen gemacht und die Frau sogar beschreiben kann/sich mit ihr unterhalten hat, kann sich vertrauensvoll an uns wenden - E-Mail

Unabhängig davon gehen wir von einem Fake-Anruf aus. Wenn die Anruferin tatsächlich katrin kennt - warum sollte sie plötzlich nach so langer Zeit ausgerechnet bei ihrer Schwester anrufen? Das setzt ersteinmal voraus, daß Katrin die derzeit gültige Telefonnummer kennt, und das ist nach einigen Umzügen mehr als unwahrscheinlich. Auf jeden Fall hatte der Anruf den Vorteil, daß der Fall "Katrin Konert" einmal mehr in der Öffentlichkeit diskutiert wurde und somit nicht in Vergessenheit gerät.

Das Fernsehen hat daraus einen völlig überflüssigen Film gedreht, weil er nur die alten und damit bekannten Kamellen wiedergibt. Es gibt inzwischen völlig andere Fakten, die die polizeiliche Ermittlungsarbeit mehr als infrage stellen. Und da klappt dann der Tuschkasten hervorragend!

Katrin Konert